Vorurteil Klinik

Dir geht es mies. Nicht erst seit gestern oder einigen Tagen, sondern schon sehr lange. Bisher sprachen immer sehr viele Gründe gegen einen Klinikaufenthalt. Noch immer gibt es diese Gründe, aber das Gleichgewicht nimmt zu. Inzwischen gibt es mindestens noch mehr Gründe,  die besagen, dass ein Klinikaufenthalt positive Aspekte haben kann....

:. etwas Raum zum 'Sein' geben wird
:. den Alltag hinter einen lassen
:. Personen finden, mit denen man reden kann - Tag und Nacht
:. Sich mit der eigenen Person auseinandersetzen können
:. (somit) neue Ziele entwickeln können
:. wieder motiviert sein, für 'das Leben danach'
:. sehr viele Menschen werden verstanden, ich vielleicht auch...
[....]

 

Natürlich werden nun die Ängste anklopfen und sagen

:. "die lassen mich doch nie wieder raus"
- nur wer akute Selbst- oder Fremdgefährdung fabriziert,
- sich auf keine Regeln einlässt (nicht generell absprachefähig ist)
muss entweder die Klinik verlassen oder wird per Gerichtsbeschluss dabehalten. Hier muss aber schon jede Menge im Argen liegen, sodass dieser Schritt gegangen werden muss. Generell sollten die Kliniken das Wohl der Patienten im Auge haben. Hier kann eine Vorab-Info von Betroffenen (im Internet) oder ein Termin in der potentiellen Klinik nicht schaden.

 

:. "was sollen denn die Eltern/Freunde/Bekannte denken von mir?
was sollte denn 'das Umfeld' denken, wenn sich jemand die Unterstützung sucht, die gerade nötig ist, um das eigene Leben ... sinnvoll nutzen zu können? Hoffentlich werden sie Unterstützung geben, wie auch immer sie aussehen kann.

Leider ist es aber tatsächlich so, dass psychiatrische Kliniken mit sehr vielen Vorurteilen und Ängsten behaftet sind. Hier kann vielleicht die Frage beim 'Verurteiler' helfen, welche Vorstellungen er (oder sie) zum Thema "Psychotherapie" pflegt. Die meisten Vorstellungen sind.... kurios.

 

:.  "Mein Arbeitgeber wird mich rausschmeißen"

"Krank ist krank". Hier spielt es keine Rolle, ob die Seele leidet oder der Körper. Vor allem spielt oftmals beides zusammen eine Rolle.

Viele psychiatrische Kliniken können auch einen "allgemeinen Stempel" auf dem Krankenschein packen. Eine andere Möglichkeit ist es, die Krankschreibung vom Hausarzt ausstellen zu lassen. So braucht der Arbeitgeber gar nicht wissen, in welcher Klinik gesteckt wird.

. Vor allem sollte sich die Frage gestellt werden, ob der 'Kläger' selbst zum Arzt geht, bei Unwohlsein und Missempfindungen, wenn nicht, den Grund heraus bekommen. Manchmal sind es genau die gleichen Ängste und Gedanken "was denken die anderen von mir?"

 

:. "Ich werde doch nie (wieder) einen Job erhalten!"

Eine Klinikzeit kann von 3-12 (manchmal länger) Wochen andauern. In der Bewerbung kann diese Zeit umschrieben werden. Vielleicht mit der Textstelle wie "Aneignung  von 'Softskills'", die auf die erlernten Thematiken ansprechen. Zum Beispiel kann das Erlernen, wie richtig 'gestritten wird' später lauten "Konfliktmanagement". Oder falls in der Klinik am Durchsetzungsvermögen gearbeitet wurde: dies fällt unter dem Stichwort "soziale Kompetenz". Und so weiter und so fort. (Ausbau der Belastbarkeit, erkennen von Stärken und Schwächen fallen ebenfalls unter die 'soziale Kompetenz'.)

Ja, ein Klinikaufenthalt kann auch für die Arbeit hilfreich sein.

 

:. "Mich kann sowieso niemand verstehen"

Warum wird so gedacht? Liegt es daran, dass man sich nur schwer mitteilen kann? Wird aus Erfahrung gesprochen? Auch hier kann ein 'Vorab-Gespräch' hilfreich sein. Um Ängste ansprechen zu können und Fragen beantworten zu lassen.

 

:. "Wenn sie von meinen Suizidgedanken hören, dann sperren sie mich doch gleich weg"

Wenn sie das wirklich bei jeder Person machen würden, wären die geschlossenen Abteilungen bereits hoffnungslos überfüllt. Sind sie schon, zugegeben. Aber meist MÜSSEN oder WOLLEN die Patienten geschützt werden (oder von Allem und Jeden Ruhe haben). Auch offene Stationen sind restlos überfüllt, von Personen, die (mehr oder weniger) freiwillig die Klinik aufgesucht haben.


Die meisten Einzeltherapeuten können mit Suizidgedanken arbeiten. Denn aus ihr spricht 'der Fluchtgedanke'. Dieser Gedanke trägt sehr viele Probleme mit sich, die sich im 'realen Leben' scheinbar nicht umsetzen lassen. Somit kann geschaut werden, wie trotzdem eine Entlastung umgesetzt werden kann (Auszug aus dem Elternhaus, Umzug in eine 'geschütztere Umgebung', Anbindung zu Selbsthilfegruppen oder anderen Kontaktmöglichkeiten, ect....)

 

 

Noch mehr Ängste? Die Kommentarfunktion ist hoffentlich funktionsfähig. Ich muss nun los  

verquert am 5.10.10 08:21


Ich spanne meine Flügel aus
und flieg in die weite Welt hinaus.
Ich fühl mich so sicher und so frei
wünscht, es könnt immer so sein.

Ich grüße die Vögel, die vor mir fliegen.
Die Wolken, die vorüberzieh'n.
Der Mond, der die Nacht bewacht
die Sonne, die mit dem Tag erwacht.

Ich wünscht, ich könnte weiterfliegen.
Niemand könnte mich mehr kriegen.
Mit den Wolken am Himmelszelt,
fliegen um die ganze Welt.

 

© by  mir: verquert

von 2003

verquert am 4.10.10 23:39


"Ich bin Pro Ana"

In einigen Internetseiten steht: "Ich bin Pro Ana, weil ich diszipliniert bin" oder "Ich bin Pro Ana, weil ich die Kontrolle über mich besitze."

 

Vor allem diese 2 Äußerungen sind sehr gewagt. Denn Pro Ana ist (wie auch die 'Teilnehmer' auf ihren Webseiten erklären), eine Erkrankung. Nun sind wir bei dem Namen "Anorexie". Es ist eine Sucht.

 

Vor vielen Monaten habe ich einer ratsuchenden geschrieben, dass sie ihren Mitmenschen vorschlagen soll, täglich mit der Portion auszukommen, wie sie es kann. Nachdem sie verzweifelt gewesen ist, warum die anderen nicht verstehen können, dass sich 'die Hilfesuchende' nicht an dem 'normalen' Ernährungsplan halten kann.

 

Beides ist unmöglich. Egal, ob es "Pro Ana" heißt oder "Magersucht". Sich von Jetzt auf Gleich den Ernährungsplan zu ändern, ist auch unmöglich. Der Körper hat sich dem Zustand angepasst, jeder hat seine 'individuelle Menge'. Manchmal mehr, manchmal weniger.

 

Und was hat nun "Disziplin" mit Pro Ana zu tun?

Das Gewicht ist natürlich ein Faktor, wenn von "Pro Ana" die Rede ist. Aber wenn wir die Sache drehen, bedarf es auch sehr viel Disziplin, übergewichtig zu werden. Krankhaft übergewichtig. Vor allem dann, wenn Du von der Magersucht loskommen magst, um auf (fast) Normalgewicht kommen zu können.

 

Und seien wir ehrlich: wie viele von den sogenannten 'Pro Anas' mögen schon Sport machen!? Einige, aber noch lang nicht die meisten. Woher ich es weiß? - Vor 4-5 Jahren habe ich mich für 2-3 Jahre 'extrem' in der 'Szene' aufgehalten. Mit "Lauftraining, Fitnessstudio (2-5 h), Fahrrad fahren (20-30km/Tag), Lauftraining/Spaziergang", über den Tag verteilt, war ich mit bei den 'sehr aktivsten'. Es ist eine schöne Zeit gewesen. Aber nur, weil ich ausgepowert gewesen bin. Weil ich mich wohl in meiner Haut fühlte. Weil ich ausgeglichener somit war. Weil es gut tat, den Abend ausklingen zu lassen. Die Luft wahrnehmen können und sich frei fühlen. Allerdings fesselten die Gedanken von 'Ana' sehr. Sie ließen nicht los und machten mir das Leben schwer.

winni am 4.10.10 22:16


impulsives Handeln

Einige Menschen reden von Wut, die plötzlich und ohne Grund auftaucht. Sie ist so überwältigend, dass nur noch impulsives Handeln möglich ist.

Nun die Frage: welche Emotionen werden alles unterdrückt? Kann die eigene Persönlichkeit gezeigt werden oder ist nur die Maske, die reagiert? Wird die eigene Persönlichkeit gekannt? Das heißt vor allem die eigenen Stärken und Schwächen, Vorlieben, Verhaltensweisen?

 

Gefühle stauen sich an. Imaginär (gedanklich) werden ganz viele Gedanken nicht ausgelebt. Sie dürfen nicht ausgelebt werden, weil sie zu überwältigend sind. Weil sie nicht da sein dürfen, weil es andere Gründe gibt. Auf diesem Topf (es gibt nur den einen) wird ein Deckel raufgemacht. Weil es nicht sein darf, sie auszuleben. Irgendwann .... Man wird sensibel, bei jeder Kleinigkeit kommen Tränen. Überforderung, denken ist nicht mehr klar möglich.

 Es kann ein Zeichen davon sein, dass dieser Topf zu voll ist und am explodieren geht. Weil die Gefühle, die Situationen nicht aufgearbeitet werden konnten.

 

Fazit:
ein Ventil suchen, dass die Emotionen etwas runterbringen kann. Noch in der gleichen Situation, wo sie ausgelöst wurden. Manchmal hilft reflektieren "was ist gerade überhaupt passiert"?

Jede Emotion hat ihre eigenen 'Ventile'. Jede Person ebenfalls. Allerdings hilft bei Wut sehr oft (wenn die Situation nicht zu klären ist und es nicht möglich ist, mit einer anderen Person darüber zu reden), laufen. Sich den Frust weglaufen. Oder Musik machen (können auch unmusikalische Personen). Eiswürfel sind oftmals ganz hilfreich. Das heißt überwiegend hilft Bewegung, spüren.

 Achtsamkeit (etwas beobachten, beschreiben, wahrnehmen) um 'runterzukommen'.

 

Runterschlucken ist die Methode, die den Topf zum überlaufen bringt.

 

verquert am 20.9.10 21:54


Gerade bin ich mit dem Thema "Abhängigkeit" konfrontiert. Mehrere Personen kennen das Thema von der eigenen Person.

    "Auf einmal ist alles einsam. Sie ist einfach weg, ich bin allein. Zu viel nun bin ich mit mir beschäftigt. Zu extrem sind meine Gedanken. Was habe ich nun wieder falsch gemacht, dass sie mich verlassen hat?"

Kurze Zeit später ist sie wieder da. Ihr Internet musste sich neu einwählen, seit einiger Zeit ist es um die gleiche Uhrzeit. [.....]


Eine (bereits im Zitat festgehaltene) Erklärung, ist die Konfrontation mit der eigenen Person. Eine Frage, die sich gestellt werden kann, könnte so lauten:

  • habe ich Angst vor meiner eigenen Person?
    - Was genau macht mir Angst?
    - Sind diese Ängste realistisch?


Oftmals steckt hinter dieser Abhängigkeit Ängste. Viele Betroffene sind sich ersteinmal bewusst dessen, nachdem sie darauf angesprochen werden. Deswegen finde ich, dass dieses Thema einen neuen Beitrag verdient. Weil der Beitrag so viele Facetten beinhaltet, bekommt dieser eine neue Kategorie.

 
Auf dem Platz 2 der Gründe liegt "Verlustangst". Wenn Menschen von ihren (nahen) Vertrauten verlassen wurden, ist eine Bindung ziemlich schwierig. Vor allem psychisch vorbelastete Personen, die generell Probleme mit dem Vertrauen haben (können), reagieren mitunter in Klammern und Einengen. Ein Kontaktabbruch wegen der engen Bindung ist vorprogrammiert. Der Teufelskreis beginnt. Und oftmals steckt hinter dieser Abhängigkeit mindestens ein Trauma.

[.....]

 

verquert am 20.9.10 14:08


Design

Das Herbstdesign (wird es auch als dieses wahrgenommen? ) werde ich ersteinmal so belassen. Im Winter lasse ich mir etwas neues einfallen. Das Foto stammt von meiner Kamera, die nur ich verwende und die Materialien sind mit Hilfe von PhotoImpact erstellt, auch aus Eigeninitiative.

 

Unter "quergedacht" sind zusammengefasste Beiträge zu finden. Hinter der Rubrik "Hingeschaut" werden Erklärungen und ähnliches zur Schau gestellt.

 

Über konstruktive Kritik freue ich mich.

verquert am 18.9.10 22:08


Und wer sieht die andere Seite?

Gerade schaue ich mir wieder vermehrt Videos an, die das Selbstverletzende Verhalten, die Borderline-Persönlichkeitsstörung und ähnliche (Folge-)Erkrankungen thematisieren.

 

Immer wieder fällt ein Thema auf: die Gründe.

:. die Sehnsucht nach Freiheit wird mit einer Essstörung versucht zu kompensieren.
:.  der Frust am Tag wird mit Hilfe von Selbstverletzung abgebaut.
:. um die Einsamkeit zu füllen, wird anstatt das Telefon in die Hand zu nehmen, zur Klinge gegriffen.

 [....]

 

Natürlich sind alle Strategien festgesetzte Verhaltensmuster. Wann aber ist der Punkt erreicht, wo andere Strategien erlernt werden möchten? Was muss passieren, um festzustellen, dass das aufritzen/-schneiden der Haut keinen anhaltenden und problemlösenden Effekt hat?

 

Über Probleme kann gesprochen werden. Sieht es die Gesellschaft aber genauso? Was sind die tatsächlichen Gründe für das Selbstverletzende Verhalten?

 

Autor: meine Wenigkeit 'verquert'

verquert am 18.9.10 02:18


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(chinesisches Sprichwort)



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